Schmerzensgeld-Spezialisten
Dr. Wambach & Walter

Schmerzensgeldtabelle Hüfte

Hüftluxation / schwerwiegende Gesundheitsbeeinträchtigungen

Opfer: Säugling
Grund: fehlerhafte Behandlung

Die fehlerhafte Behandlung eines Säuglings führte dazu, dass eine angeborene Hüftluxation außerordentlich schwerwiegende Gesundheitsbeeinträchtigungen nach sich zog.

Die Klägerin, deren linkes Hüftgelenk bei ordnungsgemäßer Behandlung zur Ausheilung ohne Beeinträchtigungen der Hüftgelenksfunktion hätte gebracht werden können, musste sich stattdessen ab August 1998, also vom Säuglingsalter an, einer Vielzahl vermeidbarer Behandlungen einschließlich Operationen und stationärer Krankenhausaufenthalte unterziehen.

Hinzu kamen weitere Einschränkungen durch Vor- und Nachsorgemaßnahmen, die die Klägerin durch das gesamte Baby- und Kleinkindalter begleiteten.

Kommentar / Besonderheiten

Diese ohnehin gravierenden Einschnitte in die Lebensführung fallen nach Ansicht des Senats bei Kindern mehr ins Gewicht als bei Erwachsenen.

Dies gilt vor allem auch für die gegenwärtige Situation der Klägerin, die in ihrer Beweglichkeit deutlich eingeschränkt ist und sogar bei längerem Sitzen Probleme bekommt. Dass diese eingeschränkte Beweglichkeit auch das soziale Umfeld der Klägerin beeinträchtigt und insbesondere die im Alter der Klägerin besonders wichtigen Kontakte zu Gleichaltrigen erschwert, liegt auf der Hand.

Neben der körperlichen Unzulänglichkeit, die die Klägerin jeden Tag auf Neue erfahren muss und die auf Dauer bestehen bleiben wird, muss sie auch mit der Aussicht leben, dass weitere Eingriffe erforderlich werden, wobei der Senat, dem gerichtlichen Sachverständigen folgend, davon ausgeht, dass der Klägerin nach Abschluss der Wachstumsperiode ein künstliches Hüftgelenk implantiert werden wird und im weiteren Verlauf des Lebens drei, möglicherweise sogar vier Wechseloperationen notwendig werden.

 

Da der Sachverständige diese zukünftigen Eingriffe als quasi unumgänglich beschreibt, bezieht der Senat diese Eingriffe ausdrücklich in die Abwägung der Schmerzensgeldhöhe ein. Angesichts dieser Qualen scheint der Schmerzensgeldbetrag nicht gerade übertrieben hoch. Der Betrag hätte ausgereicht, die Beeinträchtigungen bis zum Abschluss der Wachstumsphase auszugleichen.

 

Hier wäre ein immaterieller Vorbehalt angemessen gewesen, damit ab Implantation der ersten künstlichen Hüfte weiteres Schmerzensgeld gefordert werden kann. Denkbar wäre auch ein Teilschmerzensgeld gewesen.

Weiterführende  Informationen

Betrag*1

110.000 €

Fundstelle:
OLG Nürnberg, Urteil vom 28.10.2011 – 5 U 838/11

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